Vorwort:

Um Zwergbartagamen zu züchten, muss man sich im Klaren sein, das dies nicht billig ist und man davon nicht reich wird. Außerdem sollte man sich vorher informieren, wie viele Abnehmer man hat und wohin die Tierchen kommen. Ich würde nicht einfach darauf los züchten und meine lieben Tierchen einem jeden dahergelaufenen Typen verkaufen, nur damit ich Geld dafür bekomme. Zu dem müssen die Elterntiere blutsfremd und in einwandfreiem Zustand sein und nicht nur einfach ein Männchen mit einem Weibchen zusammensetzen und darauf loszüchten. Dann benötigt man auch noch Behältnisse in denen die kleinen Tierchen, nach dem Schlüpfen, gesetzt werden, einen Inkubator zum Ausbrüten des Geleges und viel, viel Zeit und Geduld.

Wenn dies alles zutrifft, man sich wirklich gewissenhaft darauf vorbereitet hat, dann sind hier noch einige Tipps und Informationen.

 
Terrarium:

Der Bodengrund im Terrarium sollte ca. 20cm oder mehr betragen. Man kann dazu an einer Stelle im Terrarium den Sand anhäufen oder man stellt eine Box, die groß und tief genug ist um darin graben zu können, ins Terrarium. Das Substrat/Sand muss außerdem ständig befeuchtet sein, damit der Bau nicht zusammen fällt. Das Weibchen  beginnt vor der eigentlichen Eiablage mit Probegrabungen und such dabei nach einem geeigneten Platz. Wenn dieser gefunden ist beginnt sie mit der Eiablage. Sollte sie nach längerer Zeit nicht mit der Eiablage anfangen, besteht die Gefahr, dass sie eine Legenot hat. In diesem Fall muss dringend ein Tierarzt (TA) aufgesucht werden, der sich mit Reptilien gut auskennt. Sonst stirbt das Weibchen.

 

 

Eiablage:

Etwa 4-5 Wochen nach der Paarung beginnt die Eiablage. Das Weibchen hat die richtige Stelle gefunden und eine Grube gegraben. Jetzt werden die Eier (ca. 12 bis 20 Stück) abgelegt und die Grube anschließend wieder verschlossen. Hat das Weibchen ihre Eier gelegt, muss das Gelege nach spätestens 24 Stunden in einen Inkubator überführt werden. Entweder man kauft oder leiht sich einen handelsüblichen Inkubator, oder man baut sich selber einen. Jedenfalls dürfen die Eier beim und nach dem Umsetzen NICHT gedreht werden, sonst werden die Embrione absterben.

 

 

Inkubation:

Wenn man merkt, dass die Paarung über die Bühne gegangen ist, hat man noch genügend Zeit, den Inkubator vorzubereiten. Man schaltet den Inkubator ein und stellt die Temperatur auf die richtige Gradzahl (27°C-29°C) ein. Darin werden dann die Kunststoffdosen (Heimchendosen) platziert, die eine Schicht befeuchtetes Vermiculit enthalten. Auf das Vermiculit werden die Eier gelegt. Das Vermiculit sollte immer feucht, jedoch nicht nass sein. Es ist von Vorteil, das Gelege auf mehrere Dosen zu verteilen. Das bringt den Vorteil, dass schlechte Eier nicht die gesunden "anstecken". Nach etwa 55-70 Tagen schlüpfen die jungen Zwergbartagamen. Der Vorgang eines Schlupfes kann sich über Stunden hinausziehen. Helfen sie den kleinen NICHT beim Schlüpfen.

 
1 Tag alt 21 Tage alt
   

Schlupf nach 55 Tage

24 Stunden alt

 

Aufzucht:

Nach dem Schlüpfen werden die Jungtiere in einen Behälter überführt. Da die Jungtiere noch eine offene Bauchdecke haben, nimmt man als Bodengrund ein paar Papierlagen einer Küchenrolle. Den Behälter kann man in das vorbereitete Terrarium stellen, das die selben Eigenschaften hat wie das der adulten Tiere. Ist die Bauchdecke verschlossen, können die Jungtiere direkt ins Terrarium gesetzt werden und der Behälter wird entfernt. Jetzt beginnt die Fütterung, bei der auf ausreichende Versorgung mit Mineralien und Vitaminen geachtet werden muss.